sebastian2.jpg

Jahresbeginn mit 108 Kata

Am 8. Januar haben die Karateka aus Elze das neue Karate-Jahr mit 108 Kata eingeläutet.

In der buddhistischen Zahlenlehre wird verschiedenen Zahlen, insbesondere 3 und 6 und Vielfachen aus diesen beiden Zahlen, eine besondere Bedeutung zugeordnet. Die Zahl 108 hat im Buddhismus eine besondere Bedeutung. Demnach wird der Mensch von 108 Angewohnheiten, Leidenschaften oder Begierden beherrscht. Diese "bösen Geister" behindern den Menschen auf dem Weg zur Erleuchtung.
Um diese bösen Geister zu vertreiben, ist es daher in buddhistischen Tempeln Brauch, am 31. Dezember um Mitternacht die Glocken 108 mal zu läuten und so das neue Jahr "gereinigt" zu beginnen.

Basierend auf diesem Ritual zum Jahresbeginn wird bei "108 Kata" der Gong (die Klangschale) vor jedem Anfang der Kata angeschlagen und so 108 Mal zum Klingen gebracht. Einige der Kata basieren auf diesem Zahlen-Konzept, wie Sepai ("18 Hände"), Sanseru ("36 Hände") oder Suparinpei ("108 Hände").

Damit Anfänger und Fortgeschrittene, alle das Jahr gemeinsam beginnen konnten, wurde eine der kürzeren und weniger komplexen Kata ausgewählt. In diesem Jahr war es die Kata "Gekisai Dai Ichi". die 108 Mal durchgeführt wurde.

Lehrgang mit Sensei Peter Lembke zum Jahresabschluss

Das Thema des Lehrgangs im November schien auf den ersten Blick ganz einfach zu sein. Sensei Peter, Chief Instructor Deutschland IOGKF, wählte die einfachste Kata, „Gekisai Dai Ichi“, aus. Kata ist eine traditionelle Übungsform mit einer festgelegten Folge von Bewegungen. Vorzustellen ist dieser Ablauf wie ein Kampf gegen viele unsichtbare Angreifer. Auch wenn die Kata „Gekisai Dai Ichi“ die erste Form ist, die von Anfängern gelernt wird, hieß es nicht, das es ein Anfänger-Training wurde. Sensei Peter achtete genau auf Details zu den einzelnen Bewegungen, zeigte spezielle Anwendungen der Verteidigungstechniken, erläuterte anhand der Kata allgemeine Prinzipien des Kampfes.

In diesem kleinen Rahmen verlief das Training in sehr konzentrierter und intensiver Atmosphäre. Im Anschluss an das Training wurde bei einem kleinen Imbiss noch die Gelegenheit genutzt, sich über die Dojo-Grenzen hinaus auszutauschen, zu klönen und Fragen an Sensei Peter zu richten.

Für das Jahr 2010 sind regelmäßige Lehrgänge mit Sensei Peter in Elze geplant.

zu den Fotos

Mein erstes Jahr beim Okinawa Goju-Ryu

Für alle Interessierten die mit dem Okinawa Goju-Ryu Karate-Do anfangen möchten oder sich dafür interessieren, möchte ich hier gerne einen ersten Eindruck vermitteln.

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich mit dem Training begonnen und habe seitdem viele Erfahrungen gesammelt und letztendlich im Dezember meine erste Gurtprüfung (Gelb-Gurt) bestanden. Der Weg (Do) bis dahin sah so aus, dass ich im Training und zu Hause erst einmal die Grundbegriffe (japanisch) und Grundtechniken gelernt habe. Die Begriffe auf japanisch zu lernen ist wichtig, weil sie in dieser Form überliefert wurden und so auch international z.B. bei Lehrgängen gehandhabt werden. Hinzu kommen natürlich auch die Dojo-Regeln und Umgangsformen. Die wichtigsten Grundtechniken finden sich alle in der ersten Kata (festgelegter Bewegungsablauf) wieder und geben jedem die Möglichkeit für sich selber neben den Trainingszeiten zu trainieren und Sicherheit und Flüssigkeit der Bewegungen zu erreichen. Man hat also jederzeit und fast überall die Möglichkeit ohne irgendwelche Hilfsmittel seinen Sport auszuüben und zu trainieren.

Die Katas werden durch die dazugehörigen Bunkais ergänzt, wobei die festgelegten Bewegungsabläufe der Katas als Partnerübung mit einem oder mehreren Partnern umgesetzt werden. Hier ist noch zu erwähnen, dass bei dieser traditionellen Karatestilrichtung Katas und Bunkais wirklichen Zusammenhang haben, was bei jüngeren Stilrichtungen nicht immer gegeben ist. Mir gefällt auch besonders, dass dies kein Wettkampfkarate ist und keine Sportart mit Vollkontakt, vielmehr eine traditionelle, überlieferte Kampfkunst, die nichts an ihrer Lebendigkeit verloren hat. Sie bietet vielerlei Möglichkeiten, Körper und Geist zu schulen, nette Leute kennen zu lernen, Ausgeglichenheit zu erreichen und ist nebenbei auch noch ein effektives Mittel der Selbstverteidigung.

Ich hoffe dass ich einen kleinen Einblick geben konnte und wünsche Allen alles Gute.

sebastian

 

Sebastian Hettstedt